Sonntag, 20. August 2017

HELLDECKER beim Rock Spektakulum auf dem Stennert in Herne

Das Wetter hat dem diesjährigen Rock Spektakulum- Wochenende leider sehr übel mitgespielt- man könnte meinen, dass dieser August der neue April werden mag. 

HELLDECKER

Unfassbar, dass HELLDECKER dann doch neben ein paar wenigen anderen Bands das riesige Glück hatten, bei klarem Himmel und angenehmen Temperaturen zu rocken.

HELLDECKER Andy
Und gerockt wurde dann auch nicht nur auf der Bühne. Nach einer relativ langen Live- Pause von ca. 9 Monaten benötigten HELLDECKER lediglich die ersten beiden Stücke, um von einem "normalen" zum gewohnt mitreißenden Zusammenspiel zu finden. Und spätestens von da an übertrugen sie ihren "Spirit des SLeAzE`n`PuNk`n`RoLL" auf das Publikum.

HELLDECKER Kai und Andy
Frontmann Andy beeindruckt schon alleine mit einer faszinierenden Beweglichkeit und liefert eine beeindruckende Perfomance. Das macht Spaß und wird durch das gelungene Zusammenspiel mit Kai, Hardy und Malte noch getoppt.

Das ist noch nicht alles und geht noch viel tiefer!!!
Die Songs rocken und gehen ins Ohr, wer da still sitzen bleiben kann, der kann mit Rock`n`Roll vermutlich grundsätzlich nicht viel anfangen.

HELLDECKER Kai



Wer meint, hier würde vielleicht übertrieben, der sollte sich nicht die kommenden Auftritte entgehen lassen (externe Links zu den jeweiligen Infoseiten):
02.09.17 Unperfekthaus/ Essen zusammen mit Please Mister
16.09.17 Famous/ Witten im Rahmen von Metal for Mercy und 4 weiteren Bands, unter anderem auch Cris, über die ich schon einmal hier berichtet habe: Cris live im Maschinchen buntes

HELLDECKER Hardy
Über das Festival:
Das Rock Spektakulum auf dem Stennert wurde zum nunmehr 31. Mal vom Musikertreff Stennert e.V. ausgerichtet. Mit einer Bühne, die ihresgleichen sucht, einem abwechslungsreichen Catering und einer schönen Freifläche ist dieses alljährliche "Umsonst + draußen" Festival ein Termin, den man wahrnehmen sollte.

HELLDECKER Malte
Als Musikinitiative für die Bereiche Rock- und Popmusik treten zum Festival Bands aus den unterschiedlichsten Genres auf, was das Programm ausgesprochen vielfältig und bunt macht. Für mehr Informationen einfach mal dem "Musikertreff Stennert e.V." einen Besuch bei Facebook oder auf der Homepage (Link am Ende des Artikels) abstatten.


Weiterführende, externe Links:

HELLDECKER Homepage
HELLDECKER bei YouTube
Musikertreff Stennert e.V. bei Facebook

Und noch mehr Bilder:





Sonntag, 2. Juli 2017

Plöpp beim "Witten ist bunt"- Festival

Im Rahmen des "Witten ist bunt"- Festivals feierten am gestrigen Samstag als letzte Band des Tages Plöpp auf der Bühne mit den Besuchern.

 


"Punkrock für Genießer"- die bekennenden Fleischesser im wohl vegansten Viertel der Stadt, dem Wittener Wiesenviertel. Und alle haben gemeinsam eine Menge Spaß gehabt.

Danke an P. der vom J. das Ok für die Veröffentlichung des Bildes eingeholt hat :)

Zum Abend hin ließ sich die Sonne dann auch einmal blicken und das triste Grau des Tages wurde ganz im Sinne des Festivals bunter.


Auf der Hauptbühne rockten über den Tag Rockin`Zoe, HeMeTom, Skrts, Basement Pool, Blues Defilers, Hand Over, Dead Koys, Fuck it head und Plöpp.


Auf Bühne 2 präsentierten sich die Groovewerkstadt Batucada, Ruhrlandgruß, das Akustikduo Denkpause, Begegnung mit Afrika, Ronja Rotter und Mohammad Khaled.


Zum Hintergrund der Veranstaltung:
"Witten ist bunt", ein Festival für kulturelle Vielfalt und gegen Rassismus, gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und und Menschenfeindlichkeit".








Sonntag, 18. Juni 2017

Witten, eine Stadt, wie ich sie sehe


Die Fußgängerzone in Witten bei Nacht
Ich bin nicht eins mit allem, was in dieser Stadt geschieht. Eine Fehlplanung hier, eine Baustelle dort. Leerstände, das Sterben der Innenstadt.
Veränderungen, die so schnell geschehen und dann doch irgendwie fast unmerklich in unseren Alltag einfließen.

Ich blicke auf die Menschen, die durch die Straßen hetzen, jeder sagt, die Menschen sind weniger geworden. Ich höre Stimmen, die sich beschweren. Die sagen, man könne in dieser Stadt "nichts machen". Was ist damit gemeint? "Nichts machen"? Das verstehe ich nicht. Es fehle hier an allem höre ich dann. An was denn? Die Worte schwirren wie Comicsterne über mir. "Keine vernünftigen Kneipen", "kein schöner Markt", "der Ruhrpark ist besser", "Bochum ist toll, die machen viel mehr", "scheiß Kirmes, nur Assis", "überall Baustellen", "die reißen die drei Teiche ab", "kahler Rathausplatz", "die Stadt muss sich mal was einfallen lassen", "Überall ists besser als in Witten".

Dann schaue ich mich um, verharre dabei wie in einem Zeitraffer- um mich herum rast alles an mir vorbei und ich halte einfach inne und komme wieder zu mir.

Witten- wem es hier nicht gefällt, der kann- der soll doch gehen.

Altbau im Wiesenviertel, kaleidoskopische Ansicht
Ich bin hier aufgewachsen, erst in Heven, jetzt am Rand der Innenstadt. Das ist meine Heimat. Und dann fahren meine Gedanken durch die schönen Ecken der Stadt und ich beginne zu lächeln. Vielleicht ein wenig überheblich? Kann sein, ist mir egal! Ich weiß, wo es hier schön ist, es ist mein Lebensraum in dem mich keiner gefangen hält. Ich entscheide wo ich lebe, nur ich allein und es gefällt mir hier.

Ich erinnere mich an Schlamm- und Kiesberge an der Ruhr, Kieselspringen auf dem Wasser und das unfassbare Projekt, den Kemnader See auszuheben.
Naturerlebnisse rund um den See und Wanderungen durch das Ölbachtal bis in den Stämmisch Busch.
Winteridylle auf dem Ruhrdeich, mit gelbstichigen Lampen in denen dicke Flocken tanzten- ein eingebranntes Bild in meinem Kopf.
Der Helenturm- früher fast immer zugänglich. Der Blick vom Turm auf die Stadt, auf das Rathaus. Was kostet die Welt? Ich nehme die Hälfte!


Ich kenne hier einige Winkel wie meine Westentasche. Und so vieles kenne ich noch nicht, ein Tag ohne Entdeckungen ist ein verlorener Tag.

Das innere Kind erwecken- so muss das! Als Kind haben wir die Fähigkeit in allem Bekannten auch etwas Neues zu finden. Der Spielplatz, auf dem wir jeden Tag die unfassbarsten Erlebnisse hatten- der Spielplatz war doch eigentlich immer gleich, oder? Warum muss immer alles neu sein? Haben wir uns so sehr daran gewöhnt von anderen bespaßt zu werden? Nein, ich meine nicht im Alten zu verharren. Ich mag Innovationen und bin begeisterungsfähig. Und dann kann ich eintauchen in das Neue, tiefer und tiefer, auch wenn das Leben zu kurz scheint um alles zu begreifen. Und ich beobachte wie viele Menschen um mich herum vorgeben für so etwas gar keine Zeit zu haben. Vorgeben? Ja- vielleicht, weil sie es verlernt haben- das innere Kind weit in sich vergraben, zurückgezogen im Kaninchenbau, traurig und einsam. Und der Verlust des Kindes wird kompensiert durch eine Spritze, gefüllt mit einer Droge, die "Neuer, Schneller, Weiter, Besser, Höher, Mehr" fordert.

Infrarotansicht auf die Herbeder Ruhrbrücke
Und dann bin ich plötzlich in einem Garten, in meinem Garten- knapp 400 qm, die ich bewirtschafte. Ein Garten, so richtig Schrebermäßig. Mit Wiese, Anbaufläche und Tümpel. Hier läuft die Zeit noch richtig, geerdet, elementar und reduziert... "geerdet und elementar". Der Blick auf das Wesentliche. Auf Knospen folgen Blüten, der Pflanze ist egal, was um sie herum geschieht- sie wächst immer so gut sie kann. Pflanzen lehren mich geduldig zu sein, anzunehmen, was kommt.

Junges Gras
Mal ist es ein junger Trieb, dann eine Eidechse, die meinen Weg kreuzt. Ein Igel, ein ausgeraubtes Nest- Freud und Leid nah beieinander, doch immer geht es weiter und die schönen Momente überwiegen. Und je tiefer ich eintauche in meinen Mikrokosmos, je mehr sauge ich auf- Insekten, die ich nie zuvor gesehen habe, Pflanzen mit wunderbaren Kräften und Früchte, die sich aus einem winzigen Samenkorn entwickelt haben, die wachsen und wieder vergehen oder bleiben und die Jahrzehnte überdauern. 400 qm, immer gleich und doch immer wieder anders, manchmal von Tag zu Tag, manchmal nur von Woche zu Woche...

Und im Winter wird geruht...

Zwei wichtige Aussagen haben mich geprägt, zwei Sätze, die ich in mir trage. Der eine kam von meiner Tante, die in diesem Jahr 80 Jahre alt wurde auf die Frage, ob früher alles anstrengender war. Die Antwort lies mich nicht mehr los... "Nein, früher gab es zwar anstrengendere Arbeiten als heute, aber wir hatten mehr Zeit, alles ging langsamer, bewußter und mit mehr Spaß". Und dann war da noch die Antwort von Andreas, meinem Dozenten am Kunstinstitut, auf meine Aussage, ich könne mit dieser oder jener Tätigkeit ja eine Menge Zeit sparen. Er erwiderte nur sehr trocken, ernsthaft und wahrheitsgemäß: "Zeit kann man nicht sparen".
Diese Sätze lassen mich die Zeit, das Leben und auch die Veränderungen mit anderen Augen sehen...

Ameisen "am Tropf"
Wir wissen alle, dass es oft die kleinen Dinge und Momente sind, die uns glücklich machen und die wir uns bewahren sollten- warum tun wir es nur so selten?

Und dann blicke ich wieder auf die vorebirasenden Menschen mit einem Lächeln im Gesicht, ganz bei mir und in meinem Raum, meiner Stadt in der ich lebe und bin glücklich.

"Frozen Blossoms"

Zum Hintergrund:


Über drei Veranstaltungsabende, jeweils am 2. Samstag im Monat, hingen meine Werke in Benno`s Brauhaus in der Hammerstr. in Witten.

Bei den Sagentagen handelt es sich um eine Veranstaltungsreihe, die 1x/ Monat einlädt, um dort 3 verschiedene Ausstellungen an drei unterschiedlichen Orten die fußläufig erreichbar sind, zu besuchen. Die Midissagen locken zudem mit einer Poetry- Lesebühne, die Finissagen mit Musik, somit ist die Veranstaltung bunt und vielfältig. Neben 2 wunderbaren Poetry- Slammerinnen hatte ich die Gelegenheit während meiner Midissage einen Text zu verlesen, der sowohl meinen Bildern als auch der Stadt in der ich lebe gewidmet ist. Für eine Lesung zu schade um danach in der Versenkung zu verschwinden... also veröffentliche ich ihn hier, vielleicht findet der Ein oder Andere ja Gefallen daran und/ oder entdeckt sich ein Stück weit wieder- nicht nur als Wittener.

Sonntag, 28. Mai 2017

Feuerwerk auf der Wittener Himmelfahrtskirmes

Ein Feuerwerk vom Dach des Saalbaus- das ist neu. 


 

Die Stadtmarketing Witten GmbH (externer Link) lässt ihrer Kreativität freien Lauf wenn es darum geht, Dächer der Wittener Innenstadt mit Feuerwerken aufzuhübschen. Bislang dienten bereits das Dach der Galeria Kaufhof und der Stadtgalerie als Showbühne- und jetzt erstmals das Dach des Saalbaus.


Den Rahmen dazu bot die Wittener Himmelfahrtskirmes, die mit ihren Buden und Fahrgeschäften für ein kurzweiliges Freizeitvergnügen in jedem Jahr für ein paar Tage einlädt.


Bei der Planung konnte jedoch niemand ahnen, dass gleichzeitig die Mannschaft des benachbarten BvB Dortmund um den Pokal spielt, daher war der Zuschauerandrang weniger hoch als in den Jahren zuvor.


Dennoch- für die nicht Fußballbegeisterten bot sich ein schickes Spektakel während eines wundervollen Abends, der einen Vorgeschmack auf den Sommer bot.


Und wer weiß warum Dortmund erfolgreich aus dieser Partie hervor ging ;)


Bei sternenklarem Himmel und Temperaturen um 20°C kann man dieses Highlight der Kirmes als ausgesprochen gelungen bezeichnen.


Kirmes"idylle" bei Nacht auf der Wittener Himmelfahrtskirmes

Man mag über eine Kirmes geteilter Meinung sein- oder einfach die richtigen Zeitpunkte für den eigenen Zugang finden...

Kesseltanz- eine Steilvorlage für scary Fantasy ;)
Am Abend vor der Eröffnung der Wittener Himmelfahrtskirmes ist es um den Saalbau herum gespenstisch ruhig. Kein Verkehr mehr, dafür die Fahrgeschäfte der Schausteller.

Das nostalgische Kettenkarussell

So kann Witten bei mir plötzlich mit dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten mithalten- eine Stimmung, fast ein bisschen wie bei Zombieland... Aber ich hatte Glück und es gelangen mir ein paar schicke, stimmungsvolle Aufnahmen, die schon vor Ort mein ganz persönliches Kopfkino in Gang brachten- ohne Zombies oder Clowns- was wäre in dem Moment wohl schlimmer?

Die Deko von "Pirates Adventure" ist einfach fantastisch


Sonntag, 7. Mai 2017

Ameisen Nahaufnahmen plus Video

Ameisen haben schon etwas faszinierendes.

In der Vergrößerung zeigt sich so manches Detail, welches beim flüchtigen hinschauen schnell übersehen werden kann. Naja, die Guten sind bei uns ja auch durchschnittlich nur etwa 4-10mm groß... oder klein.


Die schwarzen Ameisen finde ich sehr liebenswert, zumal sie nicht so schmerzhaft sind wie ihre roten Verwandten. Zum Glück besiedeln ausnahmslos die harmlosen meine Terrasse- während ich mit den Roten tatsächlich nur in den Beeten zu "kämpfen" habe. Ok, kämpfen ist übertrieben, ich hüpfe rum wie blöd wenn mir wieder mal eine ihr Gift verabreicht hat- vorzugsweise unter dem FlipFlop- Riemen, sehr unangenehm.



Von dem Tropfen angelockt reagierten die Ameisen auf den Bildern als wenn ein Magnet im Spiel wäre... hektisch daran vorbei, kurz gekostet und quasi "kleben geblieben". Yummie, so ein Schluck Zuckerwasser ist doch etwas feines. Spannend auch zu beobachten wie hektisch und fix diese Insekten unterwegs sind. Beim Sichten der Video- Bilder hatte ich kurz den Gedanken an einen Zeitraffer, es handelt sich tatsächlich um Echtzeitaufnahmen. Aber seht selbst:


Donnerstag, 6. April 2017

Insekten Makros

Das Frühjahr bringt mich wieder zurück zu den Makros


Unzählbar ist die Anzahl der ca. 2-3 mm kleinen Blattläuse im jungen Rainfarn

Für die Pflanzen und den Gärtner eher eine Plage, für die Fotografin sind Läuse jedoch eine entspannte Möglichkeit um sich näher mit ihren neuen Zwischenringen zu beschäftigen.

"Himmelblauer Blattkäfer"
Zwischenringe verkürzen den Abstand zwischen dem Motiv und der Kameralinse, d.h. es kann näher und somit vergrößert an das Motiv heran gegangen werden. Beim Motiv erfordert dies jedoch minimalen Bewegungsdrang und nach Möglichkeit sollte der Fluchtinstikt beim Tier nicht ausgelöst werden.
Vermutlich ein asiatischer Marienkäfer
Dementsprechend können Käfer, Läuse, Spinnen und bisweilen Ameisen (z.B. bei der Futteraufnahme) relativ einfach abgelichtet werden. Bei flugfreudigeren Insekten wird es hingegen schon schwerer und der perfekte Moment muss im Vorfeld mittels längerer Beobachtungen gesucht werden.
Marienkäfer mit Blick auf die Beute...
Alle Aufnahmen wurden ohne Stativ aufgenommen. Der Einsatz eines Stativs empfiehlt sich generell bei Makroaufnahmen, jedoch schränkt es auch die Spontanität ein und ich habe meines nicht immer dabei.



Freitag, 27. Januar 2017

HELLDECKER im Interview

HELLDECKER, v.l.n.r. Hardy, Andy, Malte, Kai

In der letzten Woche hatte ich die Gelegenheit zu einem Interview mit HELLDECKER


Wie auf der Homepage, www.Helldecker.com, nachzulesen ist, vereinen die vier Jungs aus dem Ruhrpott Oldschool- Rock`n`Roll mit einer gehörigen Portion Punk und einer Prise Sleaze- Metal zu einem handgemachten Oldschool- Sleaze- Punk- Rock`n`Roll irgendwo zwischen Alice Cooper, Johnny Cash und den Ramones.
Das hört sich erstmal fett an... und da ich die ersten Auftritte hautnah miterleben durfte kann ich bestätigen, dass da nicht übertrieben wurde. 

Die Band HELLDECKER existiert bereits seit 2003, stand jedoch vor dem Sommer 2015 mit Frontmann Andy als letztem verbliebenem Mitglied kurz vor dem Aus. Neugierig auf die Geschichte hinter der Band setzt sich das Interview auch thematisch mit eben dieser Neugründung auseinander.

HELLDECKER
Andy, auf Eurer Homepage ist erwähnt, dass sich Deine Ursprungsformation HELLDECKER um Dich herum aufgelöst hat und Du der Einzige warst, der übrig geblieben ist. Was war das für ein Gefühl? 
Andy: Das war schon eine schwierige Zeit damals. Es war ja nicht so, dass wir uns im Streit aufgelöst hätten, aber es kamen immer mehr Umstände zusammen, die dazu geführt haben, dass wir einfach keine gemeinsamen Zeiten mehr für die Arbeit an der Musik gefunden haben.
Unser Hauptproblem war aber auch damals schon die „Personalfrage“. Mal hat ein Schlagzeuger gefehlt, mal ein Bassist. Ständig wurden neue Leute angelernt, nur damit dann jemand anders ausfiel. Wir hatten damals das Gefühl, seit Jahren auf der Stelle zu treten und irgendwann ist es dann halt passiert.
Das war natürlich traurig, weil wir untereinander schon lange Zeit gut befreundet waren.

Und dann ging es im Sommer 2015 plötzlich sehr schnell?

Andy: Jo. Tatsächlich war es so.
Als es sich immer mehr abzeichnete, dass HELLDECKER in der alten Formation nicht mehr zusammenfinden würden, habe ich mir vorgenommen noch einen letzten Versuch zu starten, neue Leute anzuwerben.
Hardy kannte ich ja schon von früher, als wir zusammen gespielt haben. Damals schon eine sleaze-orientierte Rockband, die sich leider viel zu früh aufgelöst hat. Allerdings kommen durch unsere neue Zusammenarbeit tatsächlich auch einige der alten Stücke jetzt zu neuen Ehren (grinst). Und als ich ihn gefragt habe, ob er mal wieder Bock hätte, hat er zum Glück tatsächlich zugesagt!

Dann wart ihr zu Zweit, wer folgte darauf?

Malte: Im August 2015 verließ ich meine damalige Band. Noch in der selben Nacht erhielt ich unfassbarerweise eine E-Mail von einem gewissen Andy Weather aus Witten. Dieser hat sich aufgrund einer noch "offenen" Anzeige von mir gemeldet. Die Anzeige hatte ich bereits ein Jahr zuvor im Internet geschaltet und einfach vergessen, sie wieder zu löschen. Die erste gemeinsame Probe zusammen mit Andy und Hardy erfolgte ein paar Tage später. Bis zur nächsten Probe mit Kai verging nur eine Woche. Der Rest ist Geschichte...

Und Kai wurde quasi wie Hardy aus alten Zeiten reaktiviert? 

Kai: Ja, ich kenne Hardy schon eine gefühlte Ewigkeit. Ich glaube wir waren so 13 oder 14. Irgendwie war er auch der Ausgangspunkt meiner musikalischen Laufbahn. Mit (überlegt) 18 oder 19 fragte mich Hardy, ob ich nicht Bock hätte, in seiner Band Bass zu spielen. Und so war Hardy der Gitarrist in meiner ersten Band. Nach langer Zeit und 10 Jahren Funkstille habe ich im Sommer 2015 einen spontanen Anruf bei Hardy gemacht, um mal wieder ein musikalisches Projekt zu starten. Aber wie es der Zufall wollte, waren HELLDECKER zu dem Zeitpunkt schon zu dritt und suchten gerade einen Bassisten. Andy kannte ich damals auch schon, aber bevor ich zu HELLDECKER kam, hatte ich Andy 20 Jahre und Hardy bestimmt 10 Jahre nicht gesehen. Für mich schließt sich dadurch ein Kreis. Das ist schon abgefahren. 
Hardy: Ja, das stimmt. Ich habe schon früher sowohl mit Andy als auch mit Kai in Bands gespielt, aber noch nicht im krassen 3er-Pack. Jedenfalls rief Kai nur einen Abend nach der ersten Probe mit Malte an, weil er mal wieder Musik machen wollte. Ich war echt überrascht von der zeitlich exakten Punktlandung seines Anrufs, und irgendwie war da die Option mit Kai am Bass die einzig logische Konsequenz. Eine Probe später war uns dann klar, dass wir plötzlich eine komplette Band waren.
Andy: Verrückt (grinst).

Eine Geschichte voller Zufälle, oder glaubt ihr dabei an so etwas wie Schicksal?

Kai: Im Falle HELLDECKER glaube ich wirklich an Schicksal. Von Anfang an hatte ich ein Gefühl, wie ich es in keiner anderen Band hatte. Musikalisch und menschlich passt alles zusammen.
Malte: Ob Zufall oder Schicksal, es funktioniert!
Hardy: Ab und zu scheint das Leben tatsächlich günstige Konstellationen hervorzubringen. Es waren viele zeitlich parallel verlaufende Zufälle nötig, um so schlagartig schnell in dieser 2.0-Formation dazustehen. Es fühlt sich einfach gut und richtig an.

HELLDECKER live
Das hört sich nach sehr viel Harmonie an. Läuft in Eurer Zusammenarbeit immer alles so glatt?

Kai: Natürlich haben wir auch ab und zu unterschiedliche Meinungen, aber das gehört ja auch dazu. Da wird dann drüber geredet und die Sache gelöst.
Malte: Für mich ist das persönliche Miteinander fast noch wichtiger, als das Musikalische, wobei ich beides als zwingende Voraussetzung für eine Band sehe. Gerade wenn man eine Idee entwickelt ist es aber wichtig, den anderen zu verstehen und sich gegenseitig zu inspirieren. Das geht nur, wenn man sich auch grün ist. 
Hardy: Bei unterschiedlichen musikalischen Ansätzen probieren wir die verschiedenen Möglichkeiten aus und entscheiden danach, was dem Song dienlich ist und womit am Ende jeder von uns gut leben kann.

Ist so auch der SLeAzE‘n‘PuNk‘n‘RoLL, wie Ihr Euren musikalischen Stil beschreibt, entstanden?

Hardy: Für mich entstand SLeAzE‘n‘PuNk‘n‘RoLL bei der Wiederbelebung des HELLDECKER 1.0 - Song-Materials im Hinblick auf das neue Personal. Wir suchten einen roten Faden, der uns genug musikalische Freiheit lassen würde. Während der Überarbeitung ist nach und nach aufgefallen, dass SLeAzE‘n‘PuNk‘n‘RoLL wohl die Quintessenz von dem ist, was wir daraus machen können und wohin die Reise gehen soll. Die einzelnen Elemente sind ganz klar Teil meiner Vorerfahrungen, aber die bewusste Kombination hatte ich vorher nie in Erwägung gezogen. Da geht also noch was.
Andy: SLeAzE‘n‘PuNk‘n‘RoLL ist nicht entstanden! Er war schon IMMER da! Unsere Aufgabe besteht jetzt darin, ihn der Welt zu präsentieren! (lacht)

Worin liegt für Dich, Andy, der größte Unterschied zu der ersten HELLDECKER - Truppe?

Andy: Im Vergleich zu den „alten“ Helldeckern, bei denen das Konzept „Hauptsache das Ding macht uns Spaß“ immer im Vordergrund stand, haben wir uns mit der neuen Besetzung konkretere Gedanken gemacht. Unser Ziel war es, HELLDECKER eine klare Richtung zu geben, OHNE den Draht zum Ursprung des Ganzen zu verlieren.

Andy, ein böser, aber auch zeitloser Song ist "Pretty bad ideas", den Eure Fans neben dem "Husky- Song" auf YouTube anschauen können. Gibt es einen biografischen Hintergrund?

Andy: (lacht) Neee, zum Glück nichts Biografisches. Die Stimmen in meinem Kopf sind meist deutlich netter drauf, als die in dem Song. Genau genommen ist es so, dass ich, als alter Alice Cooper Fan, einfach mal versuchen wollte, die Welt durch seine schwarzen Augen zu betrachten.

Letzte Frage: Was macht Eure Gigs aus, warum sollte man Euch live gesehen haben?

Kai: Kommt vorbei und findet es heraus.
Malte: Man merkt immer sofort ob eine Band auf der Bühne gemeinsam funktioniert. Und das ist bei HELLDECKER definitiv der Fall. Wir kommunizieren miteinander und haben wirklich verdammt viel Spaß bei der Sache. So etwas schlägt natürlich auch aufs Publikum über.
Hardy: Weil wir tun, was wir können. Schließlich huldigen wir doch alle der gepflegten Rockmusik und freuen uns jedes Mal wieder aufs Neue darauf, unserem Publikum eine ordentliche Schippe SLeAzE‘n‘PuNk‘n‘RoLL mit auf den Weg zu geben.

Vielen Dank :)

Wer HELLDECKER live sehen mag und sich über bevorstehende und vergangene Shows informieren möchte, der besucht die 4 auf ihrer Homepage. Und wenn der nächste Live- Gig zu weit weg sein sollte, trösten HELLDECKER auf Youtube ihre Fans mit Videomaterial. Ein Besuch lohnt sich also.

Weiterführende, externe Links:
Homepage Helldecker
Helldecker auf YouTube
Helldecker auf Facebook

Live

Dienstag, 24. Januar 2017

Rodelbahn auf dem Wittener Hohenstein

Das Wittener Stadtmarketing hat auf dem Hohenstein eine Rodelbahn eingerichtet. 

Was hier leer scheint war noch Minuten zuvor ein wahrer Magnet für viele Wittener
Wir befinden uns im Jahre 2017 n. Chr. Ganz Witten ist schneefrei ... Ganz Witten? Nein! Ein von einer Schneekanone besetzter Hohenstein weigert sich die Witterung so anzunehmen.

Ein traumhafter Sonnenuntergang nach einem Bilderbuchsonntag
Und so pilgerten an diesem Wochenende neben vielen Wittenern auch unzählige Menschen aus den umliegenden Städten zum Hohenstein. Ski nicht so, aber Rodel gut, für Essen und Getränke war gesorgt und die Besucher konnten bei freiem Eintritt Schlitten fahren was das Zeug hielt. 


Abends sogar mit Beleuchtung, die Piste wird bereits für den nächsten Tag hergerichtet
Da im Moment die Temperaturen stimmen bleibt der Rodelspaß noch bis Freitag, 27. Januar erhalten: Mit Flutlichtrodeln bis 22.00 Uhr.

Das Berger Denkmal bei Nacht
Aber auch sonst ist der Hohenstein mit seinem Berger Denkmal und einer fabelhaften Aussicht auf die Ruhr, mit den Wildgehegen und dem kleinen Streichelzoo immer einen Besuch wert- und vielleicht gibt es ja noch einmal echten Schnee.


Blick von der Aussichtsplattform am Bergerdenkmal