Sonntag, 28. Mai 2017

Feuerwerk auf der Wittener Himmelfahrtskirmes

Ein Feuerwerk vom Dach des Saalbaus- das ist neu. 


 

Die Stadtmarketing Witten GmbH (externer Link) lässt ihrer Kreativität freien Lauf wenn es darum geht, Dächer der Wittener Innenstadt mit Feuerwerken aufzuhübschen. Bislang dienten bereits das Dach der Galeria Kaufhof und der Stadtgalerie als Showbühne- und jetzt erstmals das Dach des Saalbaus.


Den Rahmen dazu bot die Wittener Himmelfahrtskirmes, die mit ihren Buden und Fahrgeschäften für ein kurzweiliges Freizeitvergnügen in jedem Jahr für ein paar Tage einlädt.


Bei der Planung konnte jedoch niemand ahnen, dass gleichzeitig die Mannschaft des benachbarten BvB Dortmund um den Pokal spielt, daher war der Zuschauerandrang weniger hoch als in den Jahren zuvor.


Dennoch- für die nicht Fußballbegeisterten bot sich ein schickes Spektakel während eines wundervollen Abends, der einen Vorgeschmack auf den Sommer bot.


Und wer weiß warum Dortmund erfolgreich aus dieser Partie hervor ging ;)


Bei sternenklarem Himmel und Temperaturen um 20°C kann man dieses Highlight der Kirmes als ausgesprochen gelungen bezeichnen.


Kirmes"idylle" bei Nacht auf der Wittener Himmelfahrtskirmes

Man mag über eine Kirmes geteilter Meinung sein- oder einfach die richtigen Zeitpunkte für den eigenen Zugang finden...

Kesseltanz- eine Steilvorlage für scary Fantasy ;)
Am Abend vor der Eröffnung der Wittener Himmelfahrtskirmes ist es um den Saalbau herum gespenstisch ruhig. Kein Verkehr mehr, dafür die Fahrgeschäfte der Schausteller.

Das nostalgische Kettenkarussell

So kann Witten bei mir plötzlich mit dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten mithalten- eine Stimmung, fast ein bisschen wie bei Zombieland... Aber ich hatte Glück und es gelangen mir ein paar schicke, stimmungsvolle Aufnahmen, die schon vor Ort mein ganz persönliches Kopfkino in Gang brachten- ohne Zombies oder Clowns- was wäre in dem Moment wohl schlimmer?

Die Deko von "Pirates Adventure" ist einfach fantastisch


Sonntag, 7. Mai 2017

Ameisen Nahaufnahmen plus Video

Ameisen haben schon etwas faszinierendes.

In der Vergrößerung zeigt sich so manches Detail, welches beim flüchtigen hinschauen schnell übersehen werden kann. Naja, die Guten sind bei uns ja auch durchschnittlich nur etwa 4-10mm groß... oder klein.


Die schwarzen Ameisen finde ich sehr liebenswert, zumal sie nicht so schmerzhaft sind wie ihre roten Verwandten. Zum Glück besiedeln ausnahmslos die harmlosen meine Terrasse- während ich mit den Roten tatsächlich nur in den Beeten zu "kämpfen" habe. Ok, kämpfen ist übertrieben, ich hüpfe rum wie blöd wenn mir wieder mal eine ihr Gift verabreicht hat- vorzugsweise unter dem FlipFlop- Riemen, sehr unangenehm.



Von dem Tropfen angelockt reagierten die Ameisen auf den Bildern als wenn ein Magnet im Spiel wäre... hektisch daran vorbei, kurz gekostet und quasi "kleben geblieben". Yummie, so ein Schluck Zuckerwasser ist doch etwas feines. Spannend auch zu beobachten wie hektisch und fix diese Insekten unterwegs sind. Beim Sichten der Video- Bilder hatte ich kurz den Gedanken an einen Zeitraffer, es handelt sich tatsächlich um Echtzeitaufnahmen. Aber seht selbst:


Donnerstag, 6. April 2017

Insekten Makros

Das Frühjahr bringt mich wieder zurück zu den Makros


Unzählbar ist die Anzahl der ca. 2-3 mm kleinen Blattläuse im jungen Rainfarn

Für die Pflanzen und den Gärtner eher eine Plage, für die Fotografin sind Läuse jedoch eine entspannte Möglichkeit um sich näher mit ihren neuen Zwischenringen zu beschäftigen.

"Himmelblauer Blattkäfer"
Zwischenringe verkürzen den Abstand zwischen dem Motiv und der Kameralinse, d.h. es kann näher und somit vergrößert an das Motiv heran gegangen werden. Beim Motiv erfordert dies jedoch minimalen Bewegungsdrang und nach Möglichkeit sollte der Fluchtinstikt beim Tier nicht ausgelöst werden.
Vermutlich ein asiatischer Marienkäfer
Dementsprechend können Käfer, Läuse, Spinnen und bisweilen Ameisen (z.B. bei der Futteraufnahme) relativ einfach abgelichtet werden. Bei flugfreudigeren Insekten wird es hingegen schon schwerer und der perfekte Moment muss im Vorfeld mittels längerer Beobachtungen gesucht werden.
Marienkäfer mit Blick auf die Beute...
Alle Aufnahmen wurden ohne Stativ aufgenommen. Der Einsatz eines Stativs empfiehlt sich generell bei Makroaufnahmen, jedoch schränkt es auch die Spontanität ein und ich habe meines nicht immer dabei.



Montag, 3. April 2017

WITTENer anSICHTEN- Gedanken zu meiner Ausstellung im Rahmen der Sagentage

Über drei Veranstaltungsabende, jeweils am 2. Samstag im Monat, hingen und hängen meine Werke noch bis zum 08.04.2017 in Benno`s Brauhaus in der Hammerstr. in Witten.


... in der Hammerstr. in Witten
Bei den Sagentagen handelt es sich um eine Veranstaltungsreihe, die 1x/ Monat einlädt, um dort 3 verschiedene Ausstellungen an drei unterschiedlichen Orten die fußläufig erreichbar sind, zu besuchen. Immer um 18.00 Uhr findet eine Vernissage statt, immer um 19.00 Uhr eine Midissage und um 20.00 Uhr die Finissage, mit der der jeweilige Künstler dann die Ausstellungsreihe wieder verlässt.

Die Midissagen locken zudem mit einer Poetry- Lesebühne, die Finissagen mit Musik, somit ist die Veranstaltung bunt und vielfältig. Eine Facebook- Präsenz ist unter dem Seitennamen "Sagentage" zu finden.

Titel der Ausstellung: WITTENer anSICHTEN...

Neben 2 wunderbaren Poetry- Slammerinnen hatte ich die Gelegenheit während meiner Midissage einen Text zu verlesen, der sowohl meinen Bildern als auch der Stadt in der ich lebe gewidmet ist. Für eine Lesung zu schade um danach in der Versenkung zu verschwinden... also veröffentliche ich ihn hier, vielleicht findet der Ein oder Andere ja Gefallen daran und/ oder entdeckt sich ein Stück weit wieder- nicht nur als Wittener.

Florales und...

Gleichzeitig mache ich noch darauf aufmerksam, dass am kommenden Samstag (08.04.) die Finissage stattfindet, wer sich also Bilder von 1AcoolART mal in größeren Formaten auf Leinwand anschauen mag sei herzlich eingeladen. Für die Musik sorgt Hardy an der Gitarre.


... morbides

Und hier ist der Text:

Witten, eine Stadt wie ich sie sehe...

Ich bin nicht eins mit allem, was in dieser Stadt geschieht. Eine Fehlplanung hier, eine Baustelle dort. Leerstände, das Sterben der Innenstadt.
Veränderungen, die so schnell geschehen und dann doch irgendwie fast unmerklich in unseren Alltag einfließen.

Ich blicke auf die Menschen, die durch die Straßen hetzen, jeder sagt, die Menschen sind weniger geworden. Ich höre Stimmen, die sich beschweren. Die sagen, man könne in dieser Stadt "nichts machen". Was ist damit gemeint? "Nichts machen"? Das verstehe ich nicht. Es fehle hier an allem höre ich dann. An was denn? Die Worte schwirren wie Comicsterne über mir. "Keine vernünftigen Kneipen", "kein schöner Markt", "der Ruhrpark ist besser", "Bochum ist toll, die machen viel mehr", "scheiß Kirmes, nur Assis", "überall Baustellen", "die reißen die drei Teiche ab", "kahler Rathausplatz", "die Stadt muss sich mal was einfallen lassen", "Überall ists besser als in Witten".

Dann schaue ich mich um, verharre dabei wie in einem Zeitraffer- um mich herum rast alles an mir vorbei und ich halte einfach inne und komme wieder zu mir.

Witten- wem es hier nicht gefällt, der kann- der soll doch gehen.

Ich bin hier aufgewachsen, erst in Heven, jetzt am Rand der Innenstadt. Das ist meine Heimat. Und dann fahren meine Gedanken durch die schönen Ecken der Stadt und ich beginne zu lächeln. Vielleicht ein wenig überheblich? Kann sein, ist mir egal! Ich weiß, wo es hier schön ist, es ist mein Lebensraum in dem mich keiner gefangen hält. Ich entscheide wo ich lebe, nur ich allein und es gefällt mir hier.

Ich erinnere mich an Schlamm- und Kiesberge an der Ruhr, Kieselspringen auf dem Wasser und das unfassbare Projekt, den Kemnader See auszuheben.
Naturerlebnisse rund um den See und Wanderungen durch das Ölbachtal bis in den Stämmisch Busch.
Winteridylle auf dem Ruhrdeich, mit gelbstichigen Lampen in denen dicke Flocken tanzten- ein eingebranntes Bild in meinem Kopf.
Der Helenturm- früher fast immer zugänglich. Der Blick vom Turm auf die Stadt, auf das Rathaus. Was kostet die Welt? Ich nehme die Hälfte!

Ich kenne hier einige Winkel wie meine Westentasche. Und so vieles kenne ich noch nicht, ein Tag ohne Entdeckungen ist ein verlorener Tag.

Das innere Kind erwecken- so muss das! Als Kind haben wir die Fähigkeit in allem Bekannten auch etwas Neues zu finden. Der Spielplatz, auf dem wir jeden Tag die unfassbarsten Erlebnisse hatten- der Spielplatz war doch eigentlich immer gleich, oder? Warum muss immer alles neu sein? Haben wir uns so sehr daran gewöhnt von anderen bespaßt zu werden? Nein, ich meine nicht im Alten zu verharren. Ich mag Innovationen und bin begeisterungsfähig. Und dann kann ich eintauchen in das Neue, tiefer und tiefer, auch wenn das Leben zu kurz scheint um alles zu begreifen. Und ich beobachte wie viele Menschen um mich herum vorgeben für so etwas gar keine Zeit zu haben. Vorgeben? Ja- vielleicht, weil sie es verlernt haben- das innere Kind weit in sich vergraben, zurückgezogen im Kaninchenbau, traurig und einsam. Und der Verlust des Kindes wird kompensiert durch eine Spritze, gefüllt mit einer Droge, die "Neuer, Schneller, Weiter, Besser, Höher, Mehr" fordert.

Und dann bin ich plötzlich in einem Garten, in meinem Garten- knapp 400 qm, die ich bewirtschafte. Ein Garten, so richtig Schrebermäßig. Mit Wiese, Anbaufläche und Tümpel. Hier läuft die Zeit noch richtig, geerdet, elementar und reduziert... "geerdet und elementar". Der Blick auf das Wesentliche. Auf Knospen folgen Blüten, der Pflanze ist egal, was um sie herum geschieht- sie wächst immer so gut sie kann. Pflanzen lehren mich geduldig zu sein, anzunehmen, was kommt. Mal ist es ein junger Trieb, dann eine Eidechse, die meinen Weg kreuzt. Ein Igel, ein ausgeraubtes Nest- Freud und Leid nah beieinander, doch immer geht es weiter und die schönen Momente überwiegen. Und je tiefer ich eintauche in meinen Mikrokosmos, je mehr sauge ich auf- Insekten, die ich nie zuvor gesehen habe, Pflanzen mit wunderbaren Kräften und Früchte, die sich aus einem winzigen Samenkorn entwickelt haben, die wachsen und wieder vergehen oder bleiben und die Jahrzehnte überdauern. 400 qm, immer gleich und doch immer wieder anders, manchmal von Tag zu Tag, manchmal nur von Woche zu Woche...

Und im Winter wird geruht...

Zwei wichtige Aussagen haben mich geprägt, zwei Sätze, die ich in mir trage. Der eine kam von meiner Tante, die in diesem Jahr 80 Jahre alt wurde auf die Frage, ob früher alles anstrengender war. Die Antwort lies mich nicht mehr los... "Nein, früher gab es zwar anstrengendere Arbeiten als heute, aber wir hatten mehr Zeit, alles ging langsamer, bewußter und mit mehr Spaß". Und dann war da noch die Antwort von Andreas, meinem Dozenten am Kunstinstitut auf meine Aussage, ich könne mit dieser oder jener Tätigkeit ja eine Menge Zeit sparen. Er erwiderte nur sehr trocken, ernsthaft und wahrheitsgemäß: "Zeit kann man nicht sparen".
Diese Sätze lassen mich die Zeit, das Leben und auch die Veränderungen mit anderen Augen sehen...

Wir wissen alle, dass es oft die kleinen Dinge und Momente sind, die uns glücklich machen und die wir uns bewahren sollten- warum tun wir es nur so selten?

Und dann blicke ich wieder auf die vorebirasenden Menschen mit einem Lächeln im Gesicht, ganz bei mir und in meinem Raum, meiner Stadt in der ich lebe und bin glücklich.