Mittwoch, 6. September 2017

"Von Ruhr zur Ruhr"- Teilabschnitt Wengern bis Albringhausen

Am 29.08.2017 wurde ein neuer Rad- und Fußweg als ebene Teil- Verbindung zwischen Wengern und Albringhausen fertig gestellt. Hierbei handelt es sich wohl um den vorletzten Abschnitt für den Rundkurs "Von Ruhr zur Ruhr". 

Grund genug, mal wieder via Velo auf Erkundungstour zu gehen.
Die ehemalige Bahntrasse bietet auf 3,8 Kilometern rechts und links Natur pur- und ein paar künstlich angelegte Highlights.


Gabiolen, abwechselnd mit geschichteten Steinen und blaugrünem Glas befüllt, zieren den Weg. Vielleicht nicht Jedermanns Sache, aber sie bieten ein harmonisches Bild- und wer weiß, zu gegebener Zeit bestimmt auch einen wundervollen Platz für Eidechsen und anderes Getier. Auf vielen Metern blühen z.B. im Juni Fingerhüte in Massen und die angelegte Neubepflanzung lässt vermuten, dass da nicht nur ein Naherholungsgebiet für Radfahrer und Fußgänger geschaffen wird.

Auf der einen Seite ländliche Dorfatmosphäre...

Ein traumhafter Ausblick bietet sich vom Viadukt in Wengern.


... auf der anderen Seite Wälder.

Der Streckenabschnitt ist fantastisch asphaltiert, die minimale Steigung kaum spürbar. Es radelt sich mühelos dahin. An Wochenenden und Feiertags wird es vermutlich ziemlich voll werden, spätestens wenn sich die Fertigstellung komplett herum gesprochen hat.


In kurzer Zeit wird sich die Natur die hier noch künstlich angelegte Befestigung zurück erobern.

Leider kenne ich mich in Wetter/ Wengern/ Gevelsberg kaum aus. Daher der "Flachsteich" als Orientierungsbild.

Teil des alten Streckenabschnitts, mit Wegweisern für Ortsunkundige
Vor dem Ziel gab es ein paar kurze, aber knackige Steigungen. Ich selbst bezeichne mich als recht untrainiert und als absoluter Berghasser, kann aber schreiben, dass die Steigungen völlig Ok waren. Kurzer Anstieg, kurze Gerade u.s.w., das Ganze so 5-6x und es war geschafft.

Das Ruhrgebiet- so viel Grün und so viel "Pott" nur wenige km voneinander entfernt.

Als Belohnung gab es dann ein tolles Panorama. Kaum zu glauben, so etwas mitten im Ruhrgebiet...


Das Naturfreundehaus in Wetter markiert den Halbzeitpunkt, Zeit für eine kleine Rast und dann wieder zurück nach Witten.

Zeit für eine gemütliche Rast
Fazit:
Der neue Teilabschnitt ist eine Bereicherung und bietet die Möglichkeit zu einer schönen Familientour. Der gesamte Rundweg ist ca. 50km lang, hier dann allerdings auch mit einem recht anspruchsvollen Anstieg, und verläuft über Hattingen, Witten, Wetter, Wengern, Albringhausen und Silschede.

Weiterführende, externe Links:
Ruhrtal- Radweg (wikipedia)
Von Ruhr zur Ruhr (wikipedia)
Naturfreundehaus Egge- Klause

Sonntag, 3. September 2017

Double Feature Please Mister meets HELLDECKER im Unperfekthaus- Fotonachlese

Am 02.09. gab es einen doppelten Hörgenuss im Essener Unperfekthaus. 


Please Mister und HELLDECKER- alternativer Indie-Pop-Rock meets SLeAzE`n`PuNk`n`RoLL in einer Location, die für Kreative das Eldorado des Ruhrgebiets repräsentiert.

Ein schöner Abend in einer angenehmen und inspirierenden Umgebung mit unfassbar netten, freundlichen Menschen, guter Musik und einer Menge Spaß.
Weiterführende Links unter den Fotos, heute ist ein Tag, an dem nur Bilder sprechen...

HELLDECKER in Raum 222 im Unperfekthaus, Foto: 1AcoolART
HELLDECKER Hardy, Foto: 1AcoolART
HELLDECKER Malte, Foto: 1AcoolART
HELLDECKER Hardy und Kai, Foto: 1AcoolART

HELLDECKER Malte, Foto: 1AcoolART
HELLDECKER Kai, Foto: 1AcoolART
HELLDECKER Andy, Foto: 1AcoolART
HELLDECKER Andy, Foto: 1AcoolART
HELLDECKER Hardy, Foto: 1AcoolART
HELLDECKER Andy, Foto: 1AcoolART
Please Mister in Raum 222 im Unperfekthaus
Please Mister Janine
Please Mister Lisa
Please Mister Diego
Please Mister Andre
Please Mister Diego

Weiterführende, externe Links:
Please Mister Homepage
HELLDECKER Homepage
Unperfekthaus

Sonntag, 20. August 2017

HELLDECKER beim Rock Spektakulum auf dem Stennert in Herne

Das Wetter hat dem diesjährigen Rock Spektakulum- Wochenende leider sehr übel mitgespielt- man könnte meinen, dass dieser August der neue April werden mag. 

HELLDECKER

Unfassbar, dass HELLDECKER dann doch neben ein paar wenigen anderen Bands das riesige Glück hatten, bei klarem Himmel und angenehmen Temperaturen zu rocken.

HELLDECKER Andy
Und gerockt wurde dann auch nicht nur auf der Bühne. Nach einer relativ langen Live- Pause von ca. 9 Monaten benötigten HELLDECKER lediglich die ersten beiden Stücke, um von einem "normalen" zum gewohnt mitreißenden Zusammenspiel zu finden. Und spätestens von da an übertrugen sie ihren "Spirit des SLeAzE`n`PuNk`n`RoLL" auf das Publikum.

HELLDECKER Kai und Andy
Frontmann Andy beeindruckt schon alleine mit einer faszinierenden Beweglichkeit und liefert eine beeindruckende Perfomance. Das macht Spaß und wird durch das gelungene Zusammenspiel mit Kai, Hardy und Malte noch getoppt.

Das ist noch nicht alles und geht noch viel tiefer!!!
Die Songs rocken und gehen ins Ohr, wer da still sitzen bleiben kann, der kann mit Rock`n`Roll vermutlich grundsätzlich nicht viel anfangen.

HELLDECKER Kai
Wer meint, hier würde vielleicht übertrieben, der sollte sich nicht die kommenden Auftritte entgehen lassen (externe Links zu den jeweiligen Infoseiten):
02.09.17 Unperfekthaus/ Essen zusammen mit Please Mister
16.09.17 Famous/ Witten im Rahmen von Metal for Mercy und 4 weiteren Bands, unter anderem auch Cris, über die ich schon einmal hier berichtet habe: Cris live im Maschinchen buntes

HELLDECKER Hardy
Über das Festival:
Das Rock Spektakulum auf dem Stennert wurde zum nunmehr 31. Mal vom Musikertreff Stennert e.V. ausgerichtet. Mit einer Bühne, die ihresgleichen sucht, einem abwechslungsreichen Catering und einer schönen Freifläche ist dieses alljährliche "Umsonst + draußen" Festival ein Termin, den man wahrnehmen sollte.

HELLDECKER Malte
Als Musikinitiative für die Bereiche Rock- und Popmusik treten zum Festival Bands aus den unterschiedlichsten Genres auf, was das Programm ausgesprochen vielfältig und bunt macht. Für mehr Informationen einfach mal dem "Musikertreff Stennert e.V." einen Besuch bei Facebook oder auf der Homepage (Link am Ende des Artikels) abstatten.


Weiterführende, externe Links:

HELLDECKER Homepage
HELLDECKER bei YouTube
Musikertreff Stennert e.V. bei Facebook

Und noch mehr Bilder:





Sonntag, 2. Juli 2017

Plöpp beim "Witten ist bunt"- Festival

Im Rahmen des "Witten ist bunt"- Festivals feierten am gestrigen Samstag als letzte Band des Tages Plöpp auf der Bühne mit den Besuchern.

 


"Punkrock für Genießer"- die bekennenden Fleischesser im wohl vegansten Viertel der Stadt, dem Wittener Wiesenviertel. Und alle haben gemeinsam eine Menge Spaß gehabt.

Danke an P. der vom J. das Ok für die Veröffentlichung des Bildes eingeholt hat :)

Zum Abend hin ließ sich die Sonne dann auch einmal blicken und das triste Grau des Tages wurde ganz im Sinne des Festivals bunter.


Auf der Hauptbühne rockten über den Tag Rockin`Zoe, HeMeTom, Skrts, Basement Pool, Blues Defilers, Hand Over, Dead Koys, Fuck it head und Plöpp.


Auf Bühne 2 präsentierten sich die Groovewerkstadt Batucada, Ruhrlandgruß, das Akustikduo Denkpause, Begegnung mit Afrika, Ronja Rotter und Mohammad Khaled.


Zum Hintergrund der Veranstaltung:
"Witten ist bunt", ein Festival für kulturelle Vielfalt und gegen Rassismus, gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und und Menschenfeindlichkeit".








Sonntag, 18. Juni 2017

Witten, eine Stadt, wie ich sie sehe


Die Fußgängerzone in Witten bei Nacht
Ich bin nicht eins mit allem, was in dieser Stadt geschieht. Eine Fehlplanung hier, eine Baustelle dort. Leerstände, das Sterben der Innenstadt.
Veränderungen, die so schnell geschehen und dann doch irgendwie fast unmerklich in unseren Alltag einfließen.

Ich blicke auf die Menschen, die durch die Straßen hetzen, jeder sagt, die Menschen sind weniger geworden. Ich höre Stimmen, die sich beschweren. Die sagen, man könne in dieser Stadt "nichts machen". Was ist damit gemeint? "Nichts machen"? Das verstehe ich nicht. Es fehle hier an allem höre ich dann. An was denn? Die Worte schwirren wie Comicsterne über mir. "Keine vernünftigen Kneipen", "kein schöner Markt", "der Ruhrpark ist besser", "Bochum ist toll, die machen viel mehr", "scheiß Kirmes, nur Assis", "überall Baustellen", "die reißen die drei Teiche ab", "kahler Rathausplatz", "die Stadt muss sich mal was einfallen lassen", "Überall ists besser als in Witten".

Dann schaue ich mich um, verharre dabei wie in einem Zeitraffer- um mich herum rast alles an mir vorbei und ich halte einfach inne und komme wieder zu mir.

Witten- wem es hier nicht gefällt, der kann- der soll doch gehen.

Altbau im Wiesenviertel, kaleidoskopische Ansicht
Ich bin hier aufgewachsen, erst in Heven, jetzt am Rand der Innenstadt. Das ist meine Heimat. Und dann fahren meine Gedanken durch die schönen Ecken der Stadt und ich beginne zu lächeln. Vielleicht ein wenig überheblich? Kann sein, ist mir egal! Ich weiß, wo es hier schön ist, es ist mein Lebensraum in dem mich keiner gefangen hält. Ich entscheide wo ich lebe, nur ich allein und es gefällt mir hier.

Ich erinnere mich an Schlamm- und Kiesberge an der Ruhr, Kieselspringen auf dem Wasser und das unfassbare Projekt, den Kemnader See auszuheben.
Naturerlebnisse rund um den See und Wanderungen durch das Ölbachtal bis in den Stämmisch Busch.
Winteridylle auf dem Ruhrdeich, mit gelbstichigen Lampen in denen dicke Flocken tanzten- ein eingebranntes Bild in meinem Kopf.
Der Helenturm- früher fast immer zugänglich. Der Blick vom Turm auf die Stadt, auf das Rathaus. Was kostet die Welt? Ich nehme die Hälfte!


Ich kenne hier einige Winkel wie meine Westentasche. Und so vieles kenne ich noch nicht, ein Tag ohne Entdeckungen ist ein verlorener Tag.

Das innere Kind erwecken- so muss das! Als Kind haben wir die Fähigkeit in allem Bekannten auch etwas Neues zu finden. Der Spielplatz, auf dem wir jeden Tag die unfassbarsten Erlebnisse hatten- der Spielplatz war doch eigentlich immer gleich, oder? Warum muss immer alles neu sein? Haben wir uns so sehr daran gewöhnt von anderen bespaßt zu werden? Nein, ich meine nicht im Alten zu verharren. Ich mag Innovationen und bin begeisterungsfähig. Und dann kann ich eintauchen in das Neue, tiefer und tiefer, auch wenn das Leben zu kurz scheint um alles zu begreifen. Und ich beobachte wie viele Menschen um mich herum vorgeben für so etwas gar keine Zeit zu haben. Vorgeben? Ja- vielleicht, weil sie es verlernt haben- das innere Kind weit in sich vergraben, zurückgezogen im Kaninchenbau, traurig und einsam. Und der Verlust des Kindes wird kompensiert durch eine Spritze, gefüllt mit einer Droge, die "Neuer, Schneller, Weiter, Besser, Höher, Mehr" fordert.

Infrarotansicht auf die Herbeder Ruhrbrücke
Und dann bin ich plötzlich in einem Garten, in meinem Garten- knapp 400 qm, die ich bewirtschafte. Ein Garten, so richtig Schrebermäßig. Mit Wiese, Anbaufläche und Tümpel. Hier läuft die Zeit noch richtig, geerdet, elementar und reduziert... "geerdet und elementar". Der Blick auf das Wesentliche. Auf Knospen folgen Blüten, der Pflanze ist egal, was um sie herum geschieht- sie wächst immer so gut sie kann. Pflanzen lehren mich geduldig zu sein, anzunehmen, was kommt.

Junges Gras
Mal ist es ein junger Trieb, dann eine Eidechse, die meinen Weg kreuzt. Ein Igel, ein ausgeraubtes Nest- Freud und Leid nah beieinander, doch immer geht es weiter und die schönen Momente überwiegen. Und je tiefer ich eintauche in meinen Mikrokosmos, je mehr sauge ich auf- Insekten, die ich nie zuvor gesehen habe, Pflanzen mit wunderbaren Kräften und Früchte, die sich aus einem winzigen Samenkorn entwickelt haben, die wachsen und wieder vergehen oder bleiben und die Jahrzehnte überdauern. 400 qm, immer gleich und doch immer wieder anders, manchmal von Tag zu Tag, manchmal nur von Woche zu Woche...

Und im Winter wird geruht...

Zwei wichtige Aussagen haben mich geprägt, zwei Sätze, die ich in mir trage. Der eine kam von meiner Tante, die in diesem Jahr 80 Jahre alt wurde auf die Frage, ob früher alles anstrengender war. Die Antwort lies mich nicht mehr los... "Nein, früher gab es zwar anstrengendere Arbeiten als heute, aber wir hatten mehr Zeit, alles ging langsamer, bewußter und mit mehr Spaß". Und dann war da noch die Antwort von Andreas, meinem Dozenten am Kunstinstitut, auf meine Aussage, ich könne mit dieser oder jener Tätigkeit ja eine Menge Zeit sparen. Er erwiderte nur sehr trocken, ernsthaft und wahrheitsgemäß: "Zeit kann man nicht sparen".
Diese Sätze lassen mich die Zeit, das Leben und auch die Veränderungen mit anderen Augen sehen...

Ameisen "am Tropf"
Wir wissen alle, dass es oft die kleinen Dinge und Momente sind, die uns glücklich machen und die wir uns bewahren sollten- warum tun wir es nur so selten?

Und dann blicke ich wieder auf die vorebirasenden Menschen mit einem Lächeln im Gesicht, ganz bei mir und in meinem Raum, meiner Stadt in der ich lebe und bin glücklich.

"Frozen Blossoms"

Zum Hintergrund:


Über drei Veranstaltungsabende, jeweils am 2. Samstag im Monat, hingen meine Werke in Benno`s Brauhaus in der Hammerstr. in Witten.

Bei den Sagentagen handelt es sich um eine Veranstaltungsreihe, die 1x/ Monat einlädt, um dort 3 verschiedene Ausstellungen an drei unterschiedlichen Orten die fußläufig erreichbar sind, zu besuchen. Die Midissagen locken zudem mit einer Poetry- Lesebühne, die Finissagen mit Musik, somit ist die Veranstaltung bunt und vielfältig. Neben 2 wunderbaren Poetry- Slammerinnen hatte ich die Gelegenheit während meiner Midissage einen Text zu verlesen, der sowohl meinen Bildern als auch der Stadt in der ich lebe gewidmet ist. Für eine Lesung zu schade um danach in der Versenkung zu verschwinden... also veröffentliche ich ihn hier, vielleicht findet der Ein oder Andere ja Gefallen daran und/ oder entdeckt sich ein Stück weit wieder- nicht nur als Wittener.